Schließen TEILEN MIT...

RANKINGS
Schließen
Schließen
Management

Warenkreditversicherung

Schutz gegen existenzbedrohenden Zahlungsausfall

Bild oben: Foto: ©ferkelraggae – stock.adobe.com
Wahrschein­lich ist es je­dem Un­terneh­mer schon ein­mal passiert: Der Auf­trag ist frist­gemäß erledigt, die Waren wur­den gelie­fert und die Rech­nung gestellt – aber auf dem Kon­to ist selbst nach Wochen noch kein Geldein­gang zu verzeich­nen. Auch Mah­nun­gen bleiben wirkungs­los, der Kunde zahlt ein­fach nicht. Wom­öglich ist er so­gar pleite. Und das kann ger­ade für kleine Un­terneh­men zum ex­is­tenzbe­dro­hen­den Problem wer­den: Es fehlt nicht nur die er­wartete Ein­nahme, man bleibt auch noch auf Ma­te­rial- und Per­so­n­alkosten sitzen. Dem ei­ge­nen, mit viel Herzb­lut ge­führten Un­terneh­men dro­ht ein fi­nanzieller En­g­pass – nur weil ein Drit­ter sei­nen Zah­lungsverpflich­tun­gen nicht nachkom­men kann oder will. Ge­gen die­s­es Risiko kann man sich schützen: Eine Warenkred­itver­sicherung (WKV) bi­etet ei­nen um­fan­greichen Ver­sicherungsschutz mit in­di­vi­du­ellen Ges­tal­tungs­möglichkeit­en, mit de­nen man sein Un­terneh­men ab­sich­ern kann.

Def­i­ni­tion

Foto: ©ferkelraggae – stock.adobe.com
Fo­to: ©fer­kel­rag­gae – stock.adobe.com

Die Warenkred­itver­sicherung erset­zt den Aus­fall von Kun­den­zah­lun­gen aus Zah­lung­sun­wil­ligkeit und Zah­lung­sun­fähigkeit. Auch in­sol­venzbe­d­ingte Nichtzah­lun­gen sind ver­sichert. Über die WKV kön­nen neben Waren­lie­fer­un­gen auch Di­enst- und Werk­leis­tun­gen ab­gesichert wer­den. Die Ab­sicherung kann für Kun­den im In- und Aus­land vere­in­bart wer­den.

Um­fang des Ver­sicherungsschutzes

Autor Oliver Frentrup ist Geschäftsführer der Finanzkontor Frentrup GmbH aus Kamp-Lintfort, die sich seit 1975 mit der Absicherung von gewerblichen Risiken beschäftigt. Fragen beantwortet er gerne unter 
oliver.frentrup@fk-frentrup.de.
Au­tor Oliv­er Fren­trup ist Geschäfts­führ­er der Fi­nanzkon­tor Fren­trup GmbH aus Kamp-Lint­fort, die sich seit 1975 mit der Ab­sicherung von gewer­blichen Risiken beschäftigt. Fra­gen beant­wortet er gerne un­ter oliv­er.fren­trup@fk-fren­trup.de.


Es kön­nen bis zu 90 Prozent der Netto­forderung ver­sichert wer­den. Bei nicht frist­gerechter Zah­lung kann dem Ver­sicher­er ein Inkas­soauf­trag erteilt wer­den. Spätestens drei Mo­nate nach der Inkas­soauf­tragserteilung er­fol­gt bei ver­sicherten Kun­den die Entschädi­gung durch den Ver­sicher­er. Der Forderung­seinzug er­fol­gt weltweit.

Be­son­der­heit­en


Als weit­er­er Zusatzbaustein kann die so­ge­nan­nte In­sol­ven­zan­fech­tung mitver­sichert wer­den. Hierun­ter ver­ste­ht man die in der In­sol­ven­zord­nung vorge­se­hene Möglichkeit eines In­sol­ven­zver­wal­ters, bere­its beglich­ene Rech­nun­gen nachträglich anzufecht­en. Da­durch kann ein In­sol­ven­zver­wal­ter bere­its geleis­tete Zah­lun­gen zurück­fordern und in die In­sol­venz­masse ein­fließen lassen, wenn er un­ter­stellt, dass eine dro­hende Zah­lung­sun­fähigkeit of­fenkundig war. Der BGH leit­et in sein­er aktuellen Recht­sprechung eine Ken­nt­nis über eine mögliche In­sol­venz bere­its aus Anzeichen wie mehr­eren Mah­nun­gen, Raten­zah­lungsvere­in­barun­gen oder der Durch­führung von Voll­streck­ungs­maß­nah­men ab. Ach­tung: Die Be­weis­last, dass man nicht mit ein­er In­sol­venz rech­nen musste, liegt beim Zah­lungsempfänger!

Hand­habung


Kun­den, die aus laufen­d­en Geschäfts­bezie­hun­gen bekan­nt sind und bei de­nen es pos­i­tive Zah­lungser­fahrun­gen gibt, kön­nen im Nor­mal­fall ohne be­son­dere Prü­fung bis zu ein­er Summe von 10.000 Eu­ro ver­sichert wer­den. Zur Ab­sicherung höher­er Be­träge ist eine in­di­vi­du­elle An­frage beim Ver­sicher­er nötig. Neue Kun­den­verbin­dun­gen wer­den grund­sät­zlich in­di­vi­du­ell geprüft. Im Regel­fall han­delt es sich hier­bei um eine On­line-Prü­fung, deren Ergeb­nis in­n­er­halb kürzester Zeit vor­liegt. Zeigt die Bonität­sprü­fung bei einem Neu- oder Stammkun­den dro­hende Zah­lungsprobleme an, wird das Kred­itlim­it ange­passt oder auch ganz
aufge­hoben.

Faz­it


Wenn der Ver­sicher­er als Ergeb­nis sein­er Prü­fung die Mitver­sicherung einzel­n­er Kun­den ableh­nt oder das Kred­itlim­it re­duziert, kann das ein Warnsig­nal sein, die Geschäfts­bezie­hung zu über­denken. Eventuell sollte man dann Vorkasse oder Teilzah­lun­gen vere­in­baren oder son­stige Kred­it­sicherun­gen ver­lan­gen. Kreditin­sti­tute be­w­erten beste­hende Warenkred­itver­sicherun­gen grund­sät­zlich pos­i­tiv und berück­sichti­gen die­s­es im Un­terneh­men­s­rat­ing. So kann man die Kosten der Warenkred­itver­sicherung im Ide­al­fall durch vergün­stigte Kred­itkon­di­tio­nen aus­gleichen. Warenkred­itver­sicherun­gen wer­den nur von weni­gen Ver­sicherungs­ge­sellschaften ange­boten und die zu­grunde lie­gen­den Be­din­gun­gen und Au­fla­gen un­ter­schei­den sich zum Teil er­he­blich. Aus­führ­liche In­for­ma­tio­nen und Ver­gleiche zu die­sem speziellen The­ma er­hält man bei seinem Ver­sicherungs­mak­ler.

Ausgabe 05/2017